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Ayurveda – Das Wissen vom Leben

Wir von Life Earth sind große Fans der ayurvedischen Küche. Wie Ayurveda entstand und was diese ganzheitliche Heilmethode alles so kann, erfährt ihr deshalb auch bei uns!

Ayurveda entstand vor mehr als 3.000 Jahren in Indien und ist die älteste, in sich geschlossene Medizinlehre. Deshalb wird Ayurveda auch als „Mutter der Medizin“ bezeichnet. Der Begriff „Ayurveda“ oder „Ayurweda“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie „Wissen vom Leben“. Ayurveda ist in den „Veden“ niedergeschrieben, welche die ältesten Aufzeichnungen Indiens sind und zwischen 1.500 v. Chr. und dem ersten Jahrhundert unserer Zeit entstanden.

Heilmethode oder Wellness?

Ayurveda ist auch heute noch eine staatlich anerkannte Heillehre in Indien, welche ein mehrjähriges Studium erfordert. Diese ganzheitliche Heilmethode dient ebenso der Aufrechterhaltung der Gesundheit wie der Behandlung von Krankheiten. Die indische Heilkunst ist keine therapeutische Einzelmaßnahme. Es werden nicht nur die einzelnen Symptome betrachtet, sondern vielmehr auch die Ursachen des körperlichen und geistigen Ungleichgewichts untersucht.

In Asien wird Ayurveda als Heilmethode also wissenschaftlich gelehrt und von der Bevölkerung akzeptiert. Im westlichen Kulturkreis hingegen setzt man Ayurveda meist für Wellness-Zwecke ein. Ayurveda-Kuren in Europa richten sich an Menschen, die auf der Suche nach dem inneren Gleichgewicht sind und einen gesunden Körper haben wollen.

Doshas: Vata, Pitta und Kapha

Die ayurvedische Lehre baut auf dem Prinzip der Doshas auf. Dosha bedeutet wörtlich übersetzt „Fehler(potential)“. Diese kommen nach ayurvedischer Vorstellung in jedem Organismus vor und ermöglichen gemeinsam alle Vorgänge des Organismus. In einem gesunden Körper befinden sich die Doshas in einem harmonischen Gleichgewicht. Sind die Energie in einem Ungleichgewicht rufen sie Fehler hervor.

Die drei Doshas sind eng mit den fünf Elementen verbunden.
Die Lebensenergien sind:

  • Vata (Wind, Luft und Äther), das Bewegungsprinzip.
  • Pitta (Feuer und Wasser), das Feuer- bzw. Stoffwechselprinzip
  • Kapha (Erde und Wasser), das Körperstrukturprinzip

In der ayurvedischen Lehre hat jeder Mensch seit seiner Geburt ein bestimmtes Mischungsverhältnis der Doshas. Bei jedem gibt es ein oder zwei generell vorherrschende Energien, seltener sind alle drei gleich stark ausgeprägt. Wenn dieses ursprüngliche Verhältnis aus dem Gleichgewicht gerät, können Krankheiten die Folge sein.

Ayurvedische Medizin

Die ayurvedische Medizin hat zum Ziel die Harmonie zwischen den Doshas wiederherzustellen. Die zentralen Elemente der ganzheitlichen Lehre sind Massagen und Reinigungstechniken, Ernährungslehre, Yoga und Pflanzenheilkunde. Ayurveda hat sich bei Stress, Kreislaufstörungen, Migräne, Immunschwäche oder Depressionen bewährt.

Ayurveda Ernährung

In der ayurvedischen Lehre hat die Ernährung eine wichtige Bedeutung. Der Einsatz von Gewürzen und Kräutern nimmt eine besondere Rolle ein. Ihre Eigenschaften werden dazu genutzt die Verdauung anzuregen, die Darmflora zu regulieren und die Abwehrkräfte zu stärken. So regen Bitterstoffe aus bitteren Gewürzen zum Beispiel die Speicheldrüsen und die Bauchspeicheldrüsen an. Gerbstoffe aus herben Gewürzen verhindern Fäulnis im Darm, was Verdauungsbeschwerden im Darm verhindert. Scharfes, bitteres und herbes zusammen steuern den Stoffwechsel. Wenn man die Geschmacksrichtungen und Wirkungen der Gewürze kennt, kann man sie abgestimmt auf seine Doshas verwenden und so gezielt bei der Ernährung einsetzen.

Entgegen einer herkömmlichen Fastendiät wird bei der Ernährung nach Ayurveda auf die bestmögliche Versorgung mit Vitalstoffen geachtet. Die Qualität der Lebensmittel und die Funktionsweise des Verdauungssystems spielen eine zentrale Rolle. Denn nur Speisen, die richtig verdaut und aufgenommen werden können, haben auch eine positive Auswirkung auf den Organismus. Ist der Stoffwechsel gestört, kommt es zur Ablagerung von Stoffwechselrückständen und Schlackenstoffen. Diese schwächen das Gewebe, stören das innere Gleichgewicht und können Völlegefühl, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Unwohlsein oder Gewichtsprobleme hervorrufen.

Der Begriff „Agni“ in der ayurvedischen Lehre bedeutet Verdauungsfeuer. Ein gesunder Agni zeigt sich im normalen, gesunden Appetit mit guter Verdauung. Man ist vital, hat rosige Wangen und einen klaren Geist. Ist das Verdauungsfeuer aus dem Gleichgewicht geraten, kann sich dies in unterschiedlichen Formen zeigen. Bei einem schwachen Agni ist man durch Völlegefühl oder Appetitlosigkeit beeinträchtigt. Nach dem Essen ist man müde, das Aussehen ist blass und das Denken träge. Unregelmäßiger Agni zeichnet sich durch wechselnden Appetit, wechselnde Verdauungsstörung und vom Essen abhängige Stimmungslage aus. Bei zu scharfem Agni leidet man unter Sodbrennen, Heißhunger, Hitzeempfindungen, Schwitzen, Aggressivität oder psychische Gereiztheit.

In der ayurvedischen Lehre verleiht Nahrung Energie und Lebenskraft, welche „Prana“ genannt wird. Diese Lebenskraft nimmt der Körper nur aus frisch zubereiteten, warmen Speisen auf. Aufgewärmtes oder vorgekochtes Essen hingegen liefert keine Nährstoffe, da das Prana beim Erkalten abnimmt und beim nochmaligen Erwärmen ganz zerstört wird. Idealerweise enthalten die naturbelassenen und leichten Speisen alle sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen (Rasa) süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb (bzw. zusammenziehend). Diese Kombination an unterschiedlichen Geschmacksrichtungen liefern die Gewürze, welche am besten mit professionell zusammengestellten Gewürzmischungen verwendet werden.

Allgemeine Empfehlungen

Zum Schluss noch ein paar allgemein gültige Empfehlungen der ayurvedischen Ernährungslehre, die für alle Menschen gelten:

  • Nur bei Hunger essen und sich nicht vollkommen satt essen.
  • Die Hauptmahlzeit mittags einnehmen, da dann die Verdauung am stärksten funktioniert.
  • Zum Frühstück und am Abend nur leichte Kost.
  • Erst 3–5 Stunden nach einer Hauptmahlzeit wieder essen.
  • Zwischenmahlzeiten vermeiden, wenn man keinen Hunger hat.
  • Ohne Hast und Ablenkung in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre im Sitzen essen.
  • Frische, der eigenen Verfassung, der Jahreszeit und den Örtlichkeiten angepasste Lebensmittel verzehren.
  • Das Essen soll frisch zubereitet, bekömmlich und warm sein.
  • Der größte Teil der Nahrung sollte gekocht sein, da der Körper gekochte Nahrung leichter aufnehmen kann.
  • Rohkost sollte nur als Beilage dienen.
  • Jede Mahlzeit soll alle sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen beinhalten.
  • Keine natürlichen Bedürfnisse, wie Aufstoßen, Blähungen, Stuhlgang oder Weinen unterdrücken.
  • Wenn man durstig ist trinken. Und zwar abgekochtes Wasser oder Kräutertee. Heiße Getränke sind vorzuziehen, auch Wasser sollte man nie kalt trinken.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte Tipps und mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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