Som­mer­zeit = Som­me, Son­ne, Meer – und pas­send dazu unser Gewürz des Monats Juli: Ore­ga­no. Ore­ga­no ist eines der wich­tigs­ten medi­ter­ra­nen Kräu­ter und darf in kei­ner Som­mer­kü­che feh­len. Was so beson­ders am aktu­el­len Life Earth Gewürz des Monats ist, erzählt es uns in gewohn­ter Manier am bes­ten selbst.

Oregano

Die meis­ten von euch ken­nen mich wahr­schein­lich unter dem Namen „Ore­ga­no“, eine ande­re Bezeich­nung von mir lau­tet „Ech­ter Dost“. Ich bin ein sehr bekann­tes Gewürz­kraut und wer­de in der mit­tel­eu­ro­päi­schen Küche seit dem 17. Jahr­hun­dert ver­wen­det. Als Heil­kraut bin ich (eben­so wie ande­re Dost­pflan­zen) sogar noch län­ger bekannt.

Als Gat­tung der Dost gehö­re ich in die Fami­lie der Lip­pen­blüt­ler (Lami­aceae). Die Fami­lie der Lip­pen­blüt­ler­ar­ti­gen ist sehr groß, sie glie­dert sich in sie­ben Unter­fa­mi­li­en und umfasst etwa 230 Gat­tun­gen und mehr als 7.000 Arten. Wir sind nicht nur groß, son­dern auch welt­weit und in allen Kli­ma­zo­nen ver­tre­ten. Eini­ge mei­ner Ver­wand­ten kennst du sicher. Sal­bei, Min­ze, Basi­li­kum oder Laven­del haben es zu eben solch einem Bekannt­heits­grad wie Ore­ga­no geschafft. Ich für mei­nen Teil gedei­he an tro­cke­nen und son­ni­gen Stand­or­ten am bes­ten. In gemä­ßig­tem Kli­ma ist Ore­ga­no auch win­ter­hart. Ich bin eben ein rich­ti­ges medi­ter­ra­nes Pflänz­chen.

Oregano Geschmack

Fri­sche Ore­gano­blät­ter schme­cken pfeff­rig, fast bei­ßend. Erst getrock­net ent­wick­le ich mein kräf­tig­tes, fruch­ti­ges Aro­ma. Die Ern­te erfolgt am bes­ten, wenn ich schon blü­he. Dann wer­den mei­ne gan­zen Stän­gel etwas über dem Boden abge­schnit­ten und getrock­net. Danach kön­nen die Blät­ter vom Stän­gel abge­streift und tro­cken auf­be­wahrt wer­den.

Als Gewürz­kraut kön­nen sowohl mei­ne fri­schen als auch getrock­ne­ten Blät­ter sowie die ess­ba­ren Blü­ten ver­wen­det wer­den. Hin­sicht­lich der Würz­kraft bin ich eine gro­ße Aus­nah­me inner­halb der getrock­ne­ten Kräu­ter! Mein Aro­ma inten­si­viert sich durchs Trock­nen, wäh­rend die meis­ten ande­ren Kräu­ter ihres dadurch ein wenig ver­lie­ren. Und noch etwas unter­schei­det mich von ande­ren Gewür­zen: Ich kann mit­ge­kocht oder mit­ge­gart wer­den, ohne dass mein her­ber Geschmack ver­lo­ren geht.

Oregano in der Küche

Wegen mei­nes aro­ma­tisch-her­ben Geschmacks bin ich in der medi­ter­ra­nen Küche unver­zicht­bar. Dem­entspre­chend wer­de ich im gesam­ten Mit­tel­meer­raum benutzt. In der ita­lie­ni­schen, grie­chi­schen und spa­ni­schen Küche fin­de ich mich am häu­figs­ten in den Koch­töp­fen wie­der. Ich ver­lei­he einer Viel­zahl an Spei­sen eine wür­zi­ge Note. Piz­za und Pas­ta gehö­ren bekannt­lich zu mei­nen Stan­dards. Aber auch zu Eier­spei­sen, Sala­ten, Sau­cen und Toma­ten, Gur­ken, Gemü­se­auf­läu­fen, Sup­pen sowie zu Hack­fleisch­bäll­chen, Lamm und Fisch­ge­rich­ten pas­se ich her­vor­ra­gend.

Außer­halb der medi­ter­ra­nen Küche fin­de ich mich zum Bei­spiel in der Tex-Mex-Küche wie­der. Dort wer­den ich oft zusam­men mit Kreuz­küm­mel, Chi­li, Knob­lauch und Zwie­beln ver­wen­det. Unter ande­rem ist Ore­ga­no ein wich­ti­ger Bestand­teil von Chi­li con Car­ne.

Oregano in der Pflanzenheilkunde

Den meis­ten ist Ore­ga­no als medi­ter­ra­nes Küchen­kraut bekannt, doch auch in der Volks­heil­kun­de fin­de ich recht viel Beach­tung. Bereits in der Anti­ke und im Mit­tel­al­ter war man der Ansicht, dass ich eine gro­ße Heil­kraft besit­ze. Vor allem bei schmerz­haf­ten Hämor­rhoi­den und zur Geburts­ein­lei­tung fand ich Ver­wen­dung. Zur äuße­ren Anwen­dung wur­de ich bei Juck­reiz oder Geschwüls­ten sowie zur Wund­be­hand­lung emp­foh­len. Heu­te wie damals fin­det mein Kraut außer­dem bei Pro­ble­men im Magen- Darm­trakt Ver­wen­dung. Mei­ne Gerb- und Bit­ter­stof­fe haben näm­lich eine ent­kramp­fen­de Wir­kung. Dadurch hilft die Ein­nah­me von Ore­ga­no bei Blä­hun­gen und Magen- und / oder Darm­krämp­fen. Des Wei­te­ren rege ich den Appe­tit an.

Ins­ge­samt kann man sagen, dass mei­ne Pflan­zen­tei­le eine Viel­zahl an unter­schied­li­chen Wirk­stof­fen ent­hal­ten. Mei­nen äthe­ri­schen Ölen, Gerb­stof­fen und Bit­ter­stof­fen wer­den die­se Heil­wir­kun­gen nach­ge­sagt: anti­bak­te­ri­ell, ver­dau­ungs­för­dernd, appe­tit­an­re­gend, hus­ten­lö­send, pilz­hem­mend, anti­oxi­da­tiv und teil­wei­se anti­vi­ral. Die­se posi­ti­ven Inhalts­stof­fe befin­den sich vor allem in mei­nen Blät­tern und Kraut.

Oregano frisch und getrocknet

Im Gar­ten oder am Bal­kon ist Ore­ga­no nicht nur eine beson­de­re Zier, son­dern auch eine Freu­de für Bie­nen, Schmet­ter­lin­ge und ande­re Insek­ten. Mei­ne Blü­ten sind näm­lich beson­ders reich an süßem Nek­tar. Auch als Küchen­ge­würz ver­fei­ne­re ich frisch dei­ne medi­ter­ra­nen Spei­sen, getrock­net ist mein Aro­ma aber noch um eini­ges inten­si­ver. Anders als bei vie­len ande­ren Gewür­zen kannst du die getrock­ne­te Vari­an­te also ohne Geschmacks­be­den­ken kau­fen.

Wich­ti­ger Hin­weis: All­fäl­li­ge in die­sem Arti­kel ange­führ­te Tipps und mög­li­che Heil­wir­kun­gen von Pflan­zen und Zube­rei­tun­gen sind nicht als ärzt­li­che Hand­lungs­emp­feh­lun­gen zu ver­ste­hen und erset­zen kei­nes­falls die fach­li­che Bera­tung durch einen Arzt oder Apo­the­ker.

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