Als Gewürz- und Heil­pflan­ze ist Anis ver­mut­lich schon 1.500 vor Chris­tus ver­wen­det wor­den, Höchs­te Zeit also, dass er nun zum Life Earth Gewürz des Monats gekürt wur­de! Was an Anis so Beson­de­res ist, erzählt das Gewürz am bes­ten selbst.

Alles über Anis

Ich bin im süd­öst­li­chen Mit­tel­meer­raum behei­ma­tet, gedei­he aber auch in Mit­tel­eu­ro­pa. Mei­ne Haupt­an­bau­ge­bie­te sind Spa­ni­en, Ita­li­en, Frank­reich und Tür­kei. Auch in Süd-Russ­land und Geor­gi­en, Indi­en und Mexi­ko wer­de ich kul­ti­viert. Beson­ders gute Qua­li­tät kommt übri­gens aus Apu­li­en in Ita­li­en.

Ich gehö­re zu Fami­lie der Dold­en­ge­wäch­se und bin eine ein­jäh­ri­ge Pflan­ze. Mei­ne Anis­pflan­ze wird bis zu 60 cm hoch und blüht im Juli und August mit wei­ßen Dol­den. Aus die­sen Blü­ten ent­ste­hen dann die Anis­früch­te, also die tol­len Anis-Samen. Die Anis­sa­men sind eiför­mig und längst gerippt, 3–5 mm lang und 2–2,5 mm breit. Ihre Far­be vari­iert zwi­schen grau­grün, gelb­grün und hell­braun. Sie kön­nen im August und Sep­tem­ber geern­tet wer­den.

Geschichtsträchtiger Anis

Ich wur­de schon im alten Ägyp­ten benutzt, davon zeu­gen Fun­de im Pha­rao­nen­grab von 1.500 v. Chr.! Und im anti­ken Grie­chen­land und Rom wur­de ich zum Backen von Brot und Kuchen ver­wen­det. Pytha­go­ras und Hip­po­kra­tes emp­fah­len mich als Heil­mit­tel, so soll­te Anis unter ande­rem den Atem ver­bes­sern.

Küchengewürz Anis

Aus der Küche ist mein Anis Aro­ma heut­zu­ta­ge gar nicht weg­zu­den­ken. Mein süß­li­cher Duft lockt mit einer fein-wür­zi­gen und deut­li­chen Lakritz­no­te. Auch mein Geschmack ist ähn­lich, näm­lich süß­lich, fein mit einer Note Lakritz.

Ich habe es vor allem als Brot­ge­würz zu Bekannt­heit geschafft. Zum Backen von Brot oder für pikan­te Gerich­te wer­den mei­ne gan­zen oder geschro­te­ten Samen ver­wen­det. Für Gebäck und Süß­wa­ren eig­nen sich vor allem die gemah­le­nen Anis­sa­men. In der indi­schen Küche wer­den mei­ne gan­zen Samen in der Regel zunächst in Ghee oder Öl ange­rös­tet.

Speisen mit Anis

Ich bin ein rich­ti­ger All­roun­der und pas­se zu süßen und pikan­ten Spei­sen. Anis ver­fei­nert Weih­nachts­ge­bäck, wie Sprin­ger­le, Anis­bö­gen und Leb­ku­chen, und passt her­vor­ra­gend zu Kom­pott und süßen Auf­läu­fen. Dar­über hin­aus har­mo­ni­siert mein süß­lich-her­ber Geschmack mit gebra­te­nem oder gedüns­te­tem Fisch und Muscheln sowie mit gegar­tem Gemü­se wie Blu­men­kohl, Karot­ten oder Kür­bis. In Indi­en wer­de ich übri­gens über­wie­gend für herz­haf­te Gerich­te ver­wen­det, vor allem für Fisch- und Gemü­se­cur­rys oder Lin­sen­ge­rich­te.

Getränke mit Anis

Anis­sa­men lie­fern auch das bestim­men­de Aro­ma für Likö­re und Schnäp­se. Anis­schnäp­se gibt es in ver­schie­de­nen Län­dern. Spi­ri­tuo­sen wie Sam­bu­ca, Pas­tis, Raki oder Ouzo haben mein fei­nes Anis­aro­ma gemein. Was die­se flüs­si­gen Köst­lich­kei­ten außer­dem ver­bin­det, ist der so genann­te Lou­che-Effekt. Wenn man die­se Spi­ri­tuo­sen mit Was­ser ver­dünnt oder stark kühlt, wer­den sie mil­chig-trüb. Dies geschieht auf Grund bestimm­ter äthe­ri­scher Öle, die sich zwar im Alko­hol lösen, aber nicht im Was­ser. Die­se äthe­ri­schen Öle sind selbst­re­dend vor allem im Anis ent­hal­ten. Mit die­sem Lou­che-Effekt kann übri­gens der Anis­ge­halt ver­schie­de­ner Geträn­ke ver­gli­chen wer­den. Denn je trü­ber die Flüs­sig­keit bei einem bestimm­ten Mischungs­ver­hält­nis wird, des­to mehr Anis ist ent­hal­ten.

Heilpflanze Anis

Anis ist nicht nur eine alte Gewürz‑, son­dern auch eine bekann­te Heil­pflan­ze. In Deutsch­land wur­de ich sogar zur Heil­pflan­ze des Jah­res 2014 gewählt! Wegen mei­ner schleim­lö­sen­den Kräf­te wer­de ich ger­ne als Hus­ten­mit­tel ein­ge­setzt. Mei­ne äthe­ri­schen Öle wer­den näm­lich teil­wei­se über die Lun­ge wie­der aus­ge­schie­den. Auch bei Magen-Darm-Beschwer­den soll ich wegen mei­ner ver­dau­ungs­för­dern­den, krampf­lö­sen­den und blä­hungs­trei­ben­den Wir­kung hel­fen. Vor allem Anis­tee ist bei sol­chen Beschwer­den beliebt. Dazu ein­fach 1 Tee­löf­fel Anis­sa­men im Mör­ser ansto­ßen und mit einer Tas­se kochen­dem Was­ser über­gie­ßen. Die Mischung 10 Minu­ten zie­hen las­sen. Man kann mich natür­lich auch kom­bi­nie­ren, zum Bei­spiel mit Küm­mel­tee.

Sonstige Verwendung

Bis heu­te ist Anis Bestand­teil von Mund­wäs­sern. Anis­öl, wel­ches durch Destil­la­ti­on aus den Früch­ten gewon­nen wird, ist ein Mit­tel gegen Unge­zie­fer. Anis­öl in fet­ten Ölen und Sal­ben­grund­la­gen ein­ge­ar­bei­tet, fin­det volks­me­di­zi­nisch außer­dem bei rei­zen­den Ein­rei­bun­gen Ver­wen­dung.

Aberglaube

Man kennt mich schon lan­ge und dem­entspre­chend vie­le Mythen ran­ken sich um mei­ne Früch­te. Anis galt in frü­he­ren Zei­ten als Schutz vor schlech­ten Träu­men und bösen Bli­cken.
Anis­krin­gel sind eine sehr alte Opfer­spei­se. In Nord­deutsch­land wur­den die­se bei Ern­te­fes­ten, beim Ring­rei­ten, bei Früh­lings­fes­ten oder bei Gil­de­ge­la­gen in süßes Bier oder Met ein­ge­brockt. An ihrem Hoch­zeits­tag teil­te die Braut die­ses Gebäck an bevor­zug­te Gäs­te aus.

Auch galt Anis in vie­len länd­li­chen Gebie­ten als Aphro­di­sia­kum. Im Herbst berei­te­ten die Frau­en den Män­nern des­halb anis­hal­ti­ge Geträn­ke zu. Am Andreas­tag (am 30. Novem­ber) soll­te ich beson­ders zau­ber­kräf­tig sein, in Böh­men war dies des­halb der „Anisch­tag“.

Auch mit den Tau­ben ste­he ich in beson­de­rer Ver­bin­dung. Mei­ne gefie­der­ten Freun­de soll­ten sich laut Deut­schem Aber­glau­ben mit mei­ner Hil­fe näm­lich bes­ser ein­ge­wöh­nen. Gekauf­ten Tau­ben gab man Anis, um sie an den Schlag zu bin­den. Oder man strich den Tau­ben­schlag mit Anis­öl ein. Auch die Füt­te­rung von Tau­ben mit Anis­brot war beliebt, so soll­ten sie recht gedei­hen.

Anis kaufen

Bei Life Earth gibt es Anis ganz und Anis gemah­len zu kau­fen. Bei­de Vari­an­ten wer­den selbst­ver­ständ­lich in Bio- und Fairtra­de-Qua­li­tät ange­bo­ten und wur­den in unse­rer haus­ei­ge­nen Gewürz­ma­nu­fak­tur sorg­fäl­tig abge­packt.

Wich­ti­ger Hin­weis: All­fäl­li­ge in die­sem Arti­kel ange­führ­te Tipps und mög­li­che Heil­wir­kun­gen von Pflan­zen und Zube­rei­tun­gen sind nicht als ärzt­li­che Hand­lungs­emp­feh­lun­gen zu ver­ste­hen und erset­zen kei­nes­falls die fach­li­che Bera­tung durch einen Arzt oder Apo­the­ker.

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